Berufsunfähigkeitsversicherung nicht für jeden bezahlbar

Finanzen und Versicherung

Personen in Berufen mit hoher körperlicher Belastung können sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung kaum noch leisten. Auf der anderen Seite werden die Tarife für Versicherte in kaufmännischen Berufen immer günstiger. Ein Zustand, der so nicht anhalten darf, darin sind sich Branchenexperten und Versicherungsgesellschaften einig. Aus Lösung steht eine Berufsunfähigkeitsversicherung nach dem Vorbild der Bahr-Pflege im Raum.

Berufsunfähigkeitsversicherung wird zum Nischenprodukt

Die aktuelle Entwicklung in der Branche führt dazu, dass sich diejenigen eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr leisten können, die sie am dringendsten bräuchten. So haben sich die Beiträge für Versicherte in Berufen mit überwiegend körperlicher Tätigkeit in den zurückliegenden Jahren beinahe vervierfacht.

Auf der anderen Seite werden die Prämien für Berufsunfähigkeitsversicherungen für kaufmännische Berufe immer billiger. Ein Grund dafür ist der starke Wettbewerb um Kunden mit geringen Risiken. Zudem führte der Verzicht auf die (abstrakte) Verweisung dazu, dass die Versicherer aufgrund der damit gestiegenen Wahrscheinlichkeit einer Auszahlung, die Beiträge erhöhten und bei der Risikoprüfung stärker selektierten.

Reiner Will, Geschäftsführer des Analysehauses Assekurata Assekuranz Ratings-Agentur GmbH, sagte dazu „Die Berufsunfähigkeits-Police wird zunehmend zum Nischenprodukt“. Seiner Meinung nach wäre es besser, es gäbe für die Berufsunfähigkeitsversicherung ein Standard mit durchschnittlichen Vertragsbedingungen, damit sich die breite Masse der Bevölkerung versichern kann.

Fehler in der Risikobeurteilung

Wie bereits erwähnt, werden Berufe mit wenig bis keiner körperlicher Belastung beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung als geringe Risiken eingestuft. In der Realität ist dies allerdings nicht so, denn in den letzten Jahren hat die Zahl der Fälle von Berufsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen stark zugenommen. Dies wird allerdings kaum berücksichtigt, obwohl die psychische Belastung in derartigen Berufen eine stärkere Rolle spielt.

Außerdem werden bei der Einschätzung der Risiken Merkmale herangezogen, die sich sehr schnell ändern können. So kann ein leitender Angestellter zum Beispiel seine Position verlieren oder der Versicherte beginnt zu rauchen. Das ist bei den meisten Berufsunfähigkeitsversicherungen kein Problem, denn es besteht aufseiten des Versicherungsnehmers keine Pflicht derartige Veränderungen anzuzeigen.

Berufsunfähigkeitsversicherung in Form der Bahr-Pflege

Experten halten eine Absicherung wie bei dem Modell der Bahr-Pflege für eine gute Variante. Andererseits sind sie der Meinung, wie auch Michael Franke vom Analysehaus Franke & Bornberg, dass die Versicherer dies nicht aus eigenem Antrieb schaffen, und sehen auch hier die Politik in der Pflicht.

Mehr unter www.bu-versicherung-test.de

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Sebastian Schnitter
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